Rettet den Ball ist bunt!

Was gibt die Fanszene dem Kiez zurück? Und warum tut sie es? Sie sollte es tun, weil sie nicht nur an ihrem Verein gebunden ist, sondern ein Teil des Kiezes und seiner Kultur ist. Ihm verpflichtet ist und mitgestalten sollte. Die Fanszene ist kein vom Kiez losgelöstes Subjekt. Was gibt die Babelsberger Fanszene nun ihrem Kiez zurück? Neben von Klein- und Kleinstveranstaltungen definitiv die alljährlichen Events wie zum Beispiel: das antirassistische Stadionfest Ball ist bunt.

Zum 11. Mal fand an diesem Wochenende ein Freizeitturnier statt, das mit Speis und Trank, Musik und zwei Turnieren die Menschen für sich gewinnen wollte. Nachdem im letzten Jahr der BiB ausfiel und im Jahr davor auf die geliebte Sportanlage der Sandscholle ausweichen musste, sollte es nun wieder im Karl-Liebknecht-Stadion stattfinden. Dafür nahm den Kunst- und Naturrasenplatz hinter den Traversen des Stadions in Beschlag. Über 30 Mannschaften maßen sich in ihrer Lieblingsdisziplin: dem Fußballspielen. In diesem Jahr war es endlich mal wieder bemerkbar, dass die Freizeit- und Spaßmannschaften doch verstärkt wieder auftraten, die natürlich den (halb)professionellen Mannschaften gnadenlos unterlagen. Wie schön war es anzusehen als Ultras Braunschweig gegen St. Pauli kickte. Ein herrlich langsames Spiel ohne richtigen Siegeswillen. Da wurde gespielt, weil man Spaß dran hatte. Ein Punkt dem der Ball ist bunt mitunter fehlt.

Mitunter hatte man auch das Gefühl, dass das Stadionfest sich schwindender Beliebtheit erfreut wenn man das am Zuschauerverkehr bemessen möchte. Und das lag sicherlich nicht an den fehlenden Spielern und Vereinsfunktionären. Vielleicht lag es auch am kulturellen und allgemeinen Standangebot. Wie jedes Jahr das Gleiche. Wenn man mal vom neuen Kooperationspartner des Vereins Viva Con Aqua absieht. Wieder der gleiche Libanese, wieder der Cuba Si-Stand und wieder die gleichen Gruppen. Der große Knaller zum Verweilen bleibt aus. Zwar spielte dieses Mal das Wetter mit doch waren die Kulturacts mehr als mau. Bier Iki Ütsch hat man schon so oft in Potsdam gesehen gehabt, dass ein Wow-Erlebnis einfach ausblieb. Vor allem weil parallel in einem Armeezelt die EM übertragen wurde. Bessere Konkurrenz geht an diesem Abend nicht.

Großer Aufreger des Tages war sicherlich der Platzsturm des Düsseldorf-Fanclubs als Hommage an das Relegationsspiel gegen Hertha samt Pyro. Dumm nur, dass die Fackeln wohl von mangelnder Qualität waren und anfingen den sicheren Teil zum Halten abzubrennen, so dass die Pyrotechnik auf den Kunstrasen fiel um einer gesundheitlichen Schädigung vorzubeugen. Der Kunstrasen wurde dadurch beschädigt. Danach gab es einige provokante Aktionen auf beiden Seiten, die am Ende zur Disqualifikation der Düsseldorfer führten.

Was gibt die Fanszene also ihrem Kiez? Sie möchte in dem Kiez hineinwirken. Eine Präsentation von Initiativen und Einrichtungen aus dem Kiez war kaum wahrzunehmen. Was sicherlich schade ist, wenn man sich eine Identität als Kiezverein aufbauen möchte. Ebenso schade, dass der Spaß in den Hintergrund gerückt ist und es selbst bei einer solch hervorgehobenen Mannschaft wie Concordia Nowawes eigentlich auch nur ums Gewinnen geht. Wohin wird sich der BiB entwickeln? Besonders in Anbetracht der Veränderungen und des Imagewandels des Vereins. Der Streitigkeiten innerhalb der Fanszene und dem Aufrechterhalten und der Steigerung der Attraktivität des Festes.


5 Antworten auf „Rettet den Ball ist bunt!“


  1. 1 susi 13. Juni 2012 um 13:02 Uhr

    ganz schlechter artikel. zu viel polemik ..

  2. 2 Nikolai Koba 14. Juni 2012 um 16:11 Uhr

    Was ist daran für dich polemisch, liebe Susi?

  3. 3 Didi D Muth 14. Juni 2012 um 23:30 Uhr

    Wirklich richtig schlecht der Artikel. Ich fand das Fest diesmal eines der besten seit langem. Erstmals gab es eine eigene kleine Bühne für Kinderprogramm und Kleinkunst, erstmals eine üppige Graffiti-Aktion, erstmals Kinderteams mit eigenen Team-Trikots. Ich weiß nicht, ob sich hinter dem Pseudonym Nikolai Kober Henri Kramer verbirgt, aber es waren nach meinem Eindruck viel mehr Besucher im Karli als 2010 auf der Scholle oder 2009 im Karli.

  4. 4 Nikolai Koba 16. Juni 2012 um 10:40 Uhr

    Es hat sicherlich Spaß gemacht, doch war auch festzustellen, dass eine gewisse Stagnation bei der Präsentation und Ausstrahlung in Kiez und der Stadt Potsdam festzustellen war. Daran sollte angesetzt werden, wenn man noch besser werden möchte.

  5. 5 makc 16. Juni 2012 um 12:56 Uhr

    Schließe mich an, schlechter Artikel und das nicht nur wegen der unerträglich inflationären Verwendung des Wortes „Kiez“. Warum soll es den teilnehmenden Teams nicht ums gewinnen gehen? Darum geht es nunmal beim Fußball und das kann auch Spaß machen. Geht Spaß nur mit Teams die nicht Fußball spielen können und gewinnen wollen? („Ein herrlich langsames Spiel ohne richtigen Siegeswillen. Da wurde gespielt, weil man Spaß dran hatte.“)
    Viel wichtiger sind doch Fairness und entspanntes Auftreten. @Autor: Du warst doch mit dem Integrationsteam da, oder? Da gab es z.B. Kritik, dass sie zu verbissen aufgetreten sind.

    Am ärgerlichsten an dem Artikel sind diese Dienstleistungsansprüche. Die Wow-Effekte blieben aus, keine neuen spektakulären Highlights, bla bla bla.
    Kann es vielleicht auch sein, dass viele mit einfachen Dingen (schönes Wetter, viele nette Leute etc.) zufrieden sind und eben kein großes, aufgeblähtes Tam-Tam benötigen. Vielleicht solltest du zum Stadtwerkefest gehen, wenn du rundum besoaßt werden willst.

    Insgesamt gab es von vielen Leuten nur positive Rückmeldungen, weil sie den Ball ist bunt so lieben, wie er ist: Ein sympathisches, schlichtes und selbst gemachtes Fest, dass vor allem von den und durch die vielen netten Menschen lebt.

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