2:0 Sieg im zweiten Testspiel beim Berliner Bezirksligisten FC Internationale

Nachdem es den ganzen Tag lang geregnet hatte, waren die Bodenverhältnisse entsprechend unvorteilhaft. Und so wurde es auch für die Fans im Dauerregen kein schön anzusehender Test gegen unsere Freunde vom FC Internationale, die wir immer mit dem „no racism“ Logo auf dem Trikot aufliefen.

Die Startaufstellung:

Zacher
Kühne, Hebib, K.F.Schulz, Toure
Hartmann, Evljuskin (C)
Kauffmann, Kragl, Kofi Schulz
Müller

Nach etwa 60 Minuten wechselte Benbennek munter durch und es kamen Reiche und Gross als neue Innenverteidigung, Rudolph und Opper als neue Außenverteidiger und Lemke und Kreuls für die Offensive.

Nulldrei übernahm von Anfang an, wie gegen einen Bezirksligisten zu erwarten ist, die Initiative. Es spielte sich zunächst jedoch viel im Mittelfeld ab, da trotz der wiederum lautstarken Anweisungen der Spieler untereinander (Hebib und Evljuskin taten sich da besonders hervor) die Automatismen in Sachen Lauf- und Passwege noch nicht greifen konnten. So gab es in den ersten 20 Minuten lediglich für Markus Müller drei kleinere Gelegenheiten, davon zwei Mal per Kopf und ein Mal per Flachschuss aus 22 Metern, die aber nichts einbrachten. Neuzugang Oliver Kragl schlug alle Standards, wobei die Ecken schon deutlich gefährlicher in den Strafraum flogen als bei den Nulldreiern zuletzt üblich, aber auch sie brachten zunächst gegen eine gute Inter-Defensive keine großen Torchancen. Erst eine Ecke nach rund 25 Minuten setzte Kühne in Szene, dessen Kopfball aus 7 Metern aber auf der Linie geklärt werden konnte. Kurz zuvor hatte schon ein Steilpass von Kauffmann auf Evljuskin für Torgefahr gesorgt, aber der Inter-Torwart kam die berühmte Zehntelsekunde eher an den Ball und verhinderte so die Führung der Nulldreier. Auch Inter hatte in der Phase eine sehr gute Gelegenheit als sich die Innenverteidigung der Nulldreier durch einen Steilpass aushebeln ließ, Zacher jedoch den Flachschuss parieren konnte. Eine sehr ähnliche Szene gab es übrigens auch am Anfang der zweiten Halbzeit, als Ex-Nulldreier Froese dann allein auf Zacher zulief aber unser Goalie wiederum den flachen, nicht allzu scharfen Schuss entschärfen konnte.
Nach 30 Minuten war es dann soweit. Nulldrei ging durch Benny Kauffmann in Führung. Zunächst hatte sich Kühne nach schöner Kombination an die Strafraumgrenze gemogelt, aber seine Unentschlossenheit führte zu einem abgeblockten Ball, den sich Kauffmann aber sehenswert erkämpfte, dann noch einen Gegenspieler überlief und den Ball am herausstürzenden Torwart vorbei ins Tor schob. Unmittelbar nach Wiederanpfiff setzt sich Kofi Schulz in einem schnellen Sprint durch, sein flacher Querpass erreichte aber Müller nicht, und so gab es Ecke. Diese wurde dann auf Kofi am langen Pfosten verlängert, der aber freistehend leider den Ball nicht richtig traf. Bis zur Halbzeit plätscherte das Spiel dann so dahin und daran änderte sich abgesehen von dem schon angesprochenen Steilpass der Gastgeber auf Froese auch in den ersten Minuten der zweiten Hälfte nicht viel. Nulldrei zwar mit viel Ballbesitz, aber gegen die sehr tief stehenden Gäste in deren 4:1:4:1 System war es auf dem Boden sehr schwer die nötigen Lücken zu reißen. Allenfalls zwei Flanken von der linken Seite durch den aufrückenden Toure wurden gefährlich, aber die größte daraus resultierende Chance konnte Hebib freistehend nicht verwerten, da er nicht hochstieg und so den Ball nicht drücken konnte. Mit den Wechseln kam dann spürbar mehr Schwung in die Partie. Sowohl Opper und Lemke auf rechts als auch Rudolph und Toure auf links machten viel mehr Tempo. Zudem spürte man auch bei Reiche und Groß die Übersicht und den Vorwärtsdrang. Hervorheben muss man besonders Philipp Kreuels, der in zentraler Offensivposition eine sehr gute Spielübersicht zu haben scheint und sich auch nicht zu schade ist, in den Zweikämpfen die Bälle zu erobern und sofort nach vorn umzuschalten. Insgesamt muss man sagen, dass die Spieler in der zweiten Halbzeit einen spielerisch und taktisch reiferen Eindruck machten, auch wenn es weiterhin zu wenig klaren Torchancen kam. Zwei mal machte auch der Schiedsrichterassistent nicht mit und pfiff vermeintlich Abseits. Eher strittig!
Nach 66 Minuten dann das 2:0 wieder durch Benny Kauffmann, wobei er etwas Glück hatte als der Ball vom Torwart zurück an seinen Fuss prallte und von dort ins Tor trudelte. Nachdem nach Vorstößen von Dennis Lemke noch zwei kleinere Chancen entstanden, hatte Kofi nach einem Torwartpatzer die Riesenmöglichkeit, aber er brachte unkonzentriert das Kunststück fertig, den Ball aus einem Meter Entfernung nicht im freien Tor unterzubringen. Auch Kreuels versuchte mit einer Art no look pass noch einmal Lemke einzusetzen, der nur noch hätte einschieben brauchen, aber die sehr schöne Szene wurde von einem Inter-Spieler im letzten Moment geklärt.
Leider verletzte sich Kofi Schulz kurz vor Schluss offenbar bei einem Zusammenprall schwer. Er musste jedenfalls minutenlang behandelt werden und ging offenbar mit Oberschenkelverletzung vom Platz, aber eine genaue Diagnose wohl frühestens morgen. Gute Besserung von dieser Stelle!

Fazit: Es war noch viel Sand im Getriebe, aber es lassen sich auch erste Erkenntnisse zum Thema Spielphilosophie und dem Können der Einzelspieler gewinnen. Wie auch schon in Leipzig gingen die Außenverteidiger deutlich weiter nach vorne, während Kauffmann und Kofi Schulz versuchten, auch in diesen Situationen Lücken für die Außenverteidiger zu reißen. Das klappte zunächst mit Kauffmann und Kühne auf rechts besser, wobei die Pässe aus der Defensive heraus auf Kühne dann nicht gedankenschnell genug gespielt wurden oder Kühne selbst dann den Spielzug nicht mit eigenen Ideen weiterführen konnte. Und so kam allenfalls durch Einzelaktionen Kauffmanns Gefahr auf. Auf Links versuchte Kofi Schulz eher durch Sprints an der Seitenlinie seinen Gegenspieler zu überlaufen. Kofi wechselte dann nach den Wechseln ins Sturmzentrum, wobei Kauffmann, Lemke und Kreuels eine sehr flexible Dreieroffensive bildeten. Kreuels erlief und erkämpfte sich dabei die Bälle auch im Mittelfeld und verteilte sie clever. Für meinen Geschmack die bisherige Entdeckung unter den Neuzugängen. Die Abwehr mit Rudolph, Reiche, Opper und Gross wurde hinten raus nicht mehr gefordert, weshalb eine Wertung der Neuzugänge in der Defensive da eigentlich ausfallen muss. Allerdings gab Reiche sehr präzise Anweisungen und wirkte durchaus wie der kommende Chef in der Abwehr, was auch an seiner hoch aufgeschossenen Figur und seiner Beweglichkeit liegt . Opper konnte ab und zu durch schnelles Umschalten nach vorn überzeugen, aber wurde ansonsten wie erwähnt nicht gefordert. Fraglich ist, ob das Experiment mit Hartmann auf der Sechserposition neben Evjluskin Sinn ergibt. Nach meiner bescheidenen Meinung, Nein! Wenn Reiche und neben ihm Hebib oder K.F.Schulz die Innenverteidigung bilden, dürfte Christian Gross wohl eher vor der Abwehr besser aufgehoben sein.
Leider verhinderten die Witterungsverhältnisse letztlich nicht nur einen wirklich umfassenden Blick auf die sportliche Leistungsfähigkeit der Mannschaften, sondern es war auch für die Fans somit die Möglichkeit genommen, einen angenehmen Sommerabend auf der Sportanlage des FC Internationale zu verleben. Außer der obligatorischen Currywurst (Note 3) war nicht viel drum herum. Und nach 100 Minuten im Dauerregen wollte dann wohl jeder schnell nach Hause. Schade eigentlich! Vielleicht ja eine Neuauflage des Freundschaftsspiels im nächsten Jahr unter besseren Bedingungen!

allez les bleus – und – no racism


2 Antworten auf „2:0 Sieg im zweiten Testspiel beim Berliner Bezirksligisten FC Internationale“


  1. 1 Schollie_13 21. Juni 2012 um 0:25 Uhr

    Kleine Korrektur: Toure wurde in der 60.min mit ausgewechselt.

    Aufstellung nach den Wechseln: Zacher – Opper, Gross, Reiche, Rudolph – Evljuskin, Hartmann – Lemke, Kreuels, Kauffmann – Schulz

    Fotos zum Spiel gibt es hier.

  2. 2 Broemme 21. Juni 2012 um 0:43 Uhr

    klar, hab mich schon gefragt, ob wir mit 12 Mann gespielt haben. :)

    war eher eine zeitliche Frage, da ich nicht mehr einordnen konnte, wann Toure die Flankenläufe da gestartet hat. Hab das Fazit jetzt dementsprechend verändert.

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